Risikofaktor Cholesterin - Testen Sie Ihr Wissen!

Testen Sie!
Cholesterin ist in aller Munde - einerseits weil
wir mit der Nahrung soviel davon zu uns nehmen, andererseits weil
sehr kontrovers darüber diskutiert wird. Jeder, der über
Cholesterin informiert, bringt auch seine eigenen ideologischen
Ansichten oder wirtschaftlichen Interessen ins Spiel. Auf dieser
Seite können Sie einige wissenswerte (und wissenschaftlich
gesicherte) Erkenntnisse über das heikle Thema Cholesterin erhalten
- noch dazu in spielerischer Weise. Wenn Sie möchten, können Sie
Ihr Wissen nämlich anhand eines kleinen Quizes überprüfen. Die Auflösung mit Kommentaren
erfahren Sie am Ende der Seite.
Viel Spaß!
1. Cholesterin ist nicht nur schädlich, sondern
auch äußerst nützlich. Der Organismus kann andere lebenswichtige
Substanzen daraus herstellen. Welche sind dies?
1. Gallensäuren
2. Provitamin D
3. Kortison
4. Östrogen bzw. Testosteron
-
nur 1 ist richtig
-
1 und 2 sind richtig
-
1 und 4 sind richtig
-
2, 3 und 4 sind richtig
-
alle sind richtig
2. Schätzen Sie bitte einmal, wie viel Cholesterin
der menschliche Organismus etwa enthält.
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15 mg
-
150 mg
-
1,5 g
-
15 g
-
150 g
3. Zu zahlreichen Substanzen unserer täglichen
Nahrung gibt es von den offiziellen Ernährungsgesellschaften
Mindestzufuhrempfehlungen. So sollten wir täglich mindestens 75 mg
Vitamin C, mindestens 12 mg Zink usw. zuführen. Wie viel des
lebenswichtigen Cholesterins (siehe Frage 1) sollten wir mindestens
täglich über die Nahrung aufnehmen?
-
gar keines
-
150 mg
-
300 mg
-
600 mg
-
1200 mg
4. Eine Cholesterinsenkung von 1 % führt zu einer
Senkung von Herzereignissen (z.B. Herzinfarkte) um etwa 2 %. Dies
ist in zahlreichen Studien bestätigt worden. Um wie viel wird die
Gesamtsterblichkeit gesenkt, wenn man erhöhtes Cholesterin mit
Fibraten, einer Gruppe von Cholesterinsenkern, behandelt?
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gar nicht
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0,5 %
-
1%
-
2 %
-
4 %
5. Mit der Nahrung führen wir viel Cholesterin zu.
Schätzen Sie bitte einmal, welches der unten aufgeführten
Lebensmittel am meisten Cholesterin pro 100 g enthält.
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Kaffeesahne mit 10 % Fettanteil
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Käse mit 30 % Fett (in der Trockenmasse)
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mageres Rindfleisch
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Bier (5 % Alkoholgehalt)
-
Walnüsse
6. Rotwein wird heute als günstig in der
Vorbeugung von Gefäßerkrankungen angesehen. Warum?
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Er senkt das ungünstige LDL-Cholesterin
-
Er senkt den Blutdruck
-
Er senkt die Triglyceride (eigentliche
Blutfette)
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Er senkt die Oxidation des Cholesterins (das
"Ranzigwerden")
-
Er senkt die Harnsäure
7. Warum sind Ausdauerbelastungen (mindestens
2-3mal pro Woche, mindestens 20 Minuten am Stück sowie im moderaten
Belastungsbereich, "Laufen, ohne zu schnaufen") so günstig in der
Vorbeugung von Herzkranzgefäßerkrankungen?
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Sie senken langfristig den Blutdruck und die
Herzfrequenz.
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Sie senken das "böse" LDL-Cholesterin.
-
Sie steigern das "gute" HDL-Cholesterin.
-
Sie senken die Triglyceride.
-
Alle Antworten sind richtig.
Antworten
1.e) Cholesterin ist die Vorstufe aller erwähnter Substanzen.
Dies unterstreicht die Bedeutung für den Stoffwechsel.
2.e) Der
menschliche Organismus enthält die (für eine chemische Einzelsubstanz riesige)
Menge von etwa 150 g. Davon befinden sich bei einem Serumcholesterinspiegel von
200 mg/dl übrigens nur etwa 10 g im Blut. Der Rest ist hauptsächlich auf die
Innereien wie Leber, besonders aber das Gehirn und das Nervensystem
konzentriert. Mehr als 1 % des Nervensystems besteht aus reinem Cholesterin.
Auch in allen Zellmembranen ist es reichlich enthalten, um diese elastisch zu
halten.
3.a) Die offizielle Zufuhrempfehlung beträgt zwar 300 mg, dabei
handelt es sich aber um eine maximale, nicht um eine minimale Zufuhr! Da der
Organismus selbst Cholesterin herstellen kann, soviel er benötigt, ist er auf
Zufuhr von außen überhaupt nicht angewiesen. Wir dürfen, wir müssen aber kein
Cholesterin essen! Nebenbei: Die durchschnittliche Zufuhr liegt in Deutschland
bei etwa 600 mg, also etwa dem Doppelten der maximal von Fettexperten erlaubten
Zufuhr.
4.a) Studien mit Fibraten zeigten zwar eine Senkung der
Herzinfarkte und damit auch der Herzsterblichkeit. Die Gesamtsterblichkeit wurde
jedoch nicht beeinflusst, da in der gleichen Zeit mehr Versuchspersonen an
anderen Todesursachen wie Krebs, Unfällen oder Selbstmorden verstarben. Neuere
Studien mit anderen Cholesterinsenkern erbrachten zwar (zumindest bei
Risikopersonen) auch einen Nutzen bezüglich der Gesamtsterblichkeit, diese sind
aus verschiedenen methodischen Gründen (z.B. wegen der kurzen Beobachtungszeit
von nur 5 Jahren) durchaus kritisch zu bewerten.
5. 10%ige Kaffeesahne
enthält ca. 30 mg Cholesterin. 30%iger Käse (enthält übrigens in der Gesamtmasse
nur knapp 15 % Fett) schlägt mit ca. 40-45 mg zu Buche. Mageres Rindfleisch
kommt auf 60-70 mg (das Cholesterin befindet sich nicht nur im sichtbaren oder
versteckten Fett, sondern auch in den Membranen der Muskelzellen). Bier enthält
wie alle Alkoholika (außer z.B. Eierlikör oder Sahnewhisky) gar kein
Cholesterin. Sollten Sie sich für die Walnüsse entschieden haben, dann sind Sie
nicht allein (die Mehrzahl aller Befragten entscheidet sich für diese Antwort).
Die Walnuss ist zwar sehr fetthaltig (ca. 58 %), aber da es sich dabei um reines
Pflanzenfett handelt, ist die Walnuss ebenso wie alle anderen Nüsse und Samen
cholesterinfrei! Richtig war also c), das magere Rindfleisch.
6.d)
Rotwein senkt nicht das LDL-Cholesterin. Der Blutdruck wird allenfalls
kurzfristig durch eine Gefäßerweiterung gesenkt. Langfristig führt Rotwein,
ebenso wie alle anderen Alkoholika eher zu einer Blutdrucksteigerung. Auch die
Triglyceride erfahren durch alkoholische Getränke eine Erhöhung. Die Anthozyane
und Polyphenole des Rotweines führen tatsächlich zu einem Oxidationsschutz des
Cholesterins. Es wird weniger rasch "ranzig" und kann sich daher nicht so gut an
die Gefäßwände ablagern und Arteriosklerose verursachen. Die Harnsäure (bewirkt
bei hohen Werten Gicht) wird durch Alkoholika erhöht.
7. Na das war doch
einfach! Natürlich beeinflusst (die richtige!) körperliche Bewegung alle
erwähnten Risikofaktoren in dem erwähnten positiven Sinne. e) ist also
richtig.So, das war das kleine Cholesterinquiz. Wir hoffen, dass es
Ihnen ein bisschen Spaß bereitet hat - und Sie auch noch etwas schlauer wurden.
Wenn Sie noch mehr zum Thema erfahren wollen, dann schauen Sie bei Ihrem
Buchhändler doch einmal in den Ratgeber des Chefarztes der
Inneren Abteilung der Habichtswald-Klinik AYURVEDA
Kassel,
Dr.
Volker Schmiedel: Cholesterin naturgemäß behandeln, Karl F. Haug-Verlag,
Heidelberg. Hier erfahren Sie verständlich beschrieben
alles Wissenswerte zum Thema (einschließlich schulmedizinischer und
naturheilkundlicher Behandlungsvorschläge, Rezeptsammlung, Cholesterintabelle
etc.).