Leichter Nordic walken
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Leichter Nordic walken 40 Fragen – 40 Antworten

Wer mehr über seine Sportart weiß, trainiert gesünder und effektiver. Nordic Walker hat Ihnen die wichtigsten rund ums nordische Gehen zusammengestellt und von Experten beantworten lassen. Herausgekommen sind hilfreiche Profitipps für Einsteiger wie Fortgeschrittene, die Ihr Training garantiert erleichtern werden.


Training

  1. Worauf sollte ich als NW-Einsteiger achten?
    Wer längere Zeit keinen Sport getrieben hat, muss seinen Körper erst wieder an die Belastung gewöhnen. Gehen Sie es daher langsam an. Das gilt vor allem in den ersten Wochen. Walken Sie in einem Tempo, in dem Sie sich wohlfühlen und eine Unterhaltung noch möglich ist. Wer sich überfordert, verliert nur schnell wieder die Lust am Sport. Ganz allmählich können Sie Ihr Training dann steigern.
  2. Welches Trainingsprogramm ist optimal?
    Es bringt leider wenig, nur hin und wieder die Stöcke zu schwingen. Wer seine Fitness spürbar steigern möchte, sollte mindestens zwei, besser sogar drei bis vier Mal die Woche trainieren. Anfänger können mit 30 Minuten pro Einheit starten. Für Fortgeschrittene sind regelmäßige Einheiten von 45 bis 90 Minuten erstrebenswert. Je mehr Sie trainieren, desto nachhaltiger und umfangreicher sind natürlich die Gesundheitseffekte.
  3. Wie viele Regeneration braucht mein Körper?
    Nach einem intensiven Training muss sich der Körper von den Anforderungen erholen dürfen. Nur dann kann er optimal auf die Belastungsreize im Sinne einer Leistungssteigerung reagieren. Pausieren Sie daher zwischen zwei NW-Einheiten möglichst einen Tag, als Sportneuling sogar zwei Tage. Alternative für fitte Nordic Walker: auf ein intensives Training eine kurze, lockere Runde folgen lassen.
  4. Brauche ich für mein Training eine Pulsuhr?
    Eine Pulsuhr ist ideal, um das Training besser zu kontrollieren und zu steuern. Denn die Herzfrequenz ist ein wichtiger Indikator für die Intensität einer Belastung. Walken Sie in ihrer optimalen Leistungszone, machen Sie Trainingsfortschritte, oder überfordern Sie sich gar? Diese und mehr Informationen lassen sich anhand einer Pulsuhr ablesen. Bei körperlicher Überforderung warnen akustische Signale. Das gibt vor allem Einsteigern sowie älteren  und kranken Menschen mehr Sicherheit auf ihren Runden. Eine Pulsuhr ist daher immer eine Bereicherung für das NW-Training.
  5. Wie bestimme ich meinen optimalen Belastungspuls?
    Die Trainingsherzfrequenz (THF) ist von Faktoren wie Alter, genetischer Disposition, Trainingszustand und –zielen abhängig. Eine erste, einfache Einschätzung erlaubt die Berechnung mit der Formel „180 minus Lebensalter“. Wer seinen Maximal- und Ruhepuls kennt (morgens im Bett noch vor dem Aufstehen gemessen), kann seine THF auch genauer bestimmen mit der Formel: Ruhepuls + [ (Maximalpuls – Ruhepuls) x Belastungsfaktor]. Als Belastungsfaktor wird dabei der 0,5 für regeneratives, 0,6 für extensives und 0,75 für intensives Ausdauertraining eingesetzt. Die Pulsfrequenz verändert sich jedoch tagesrhythmisch und wird zudem von etlichen Faktoren wie Temperatur oder Wasserhaushalt beeinflusst. Ihre errechnete THF sollten Sie daher niemals als dogmatisches Fixum sehen, sondern eher als eine Orientierungshilfe zur Bestimmung der Intensität.
  6. Wie gehe ich bei der Trainingssteuerung am besten vor?
    Wer sein NW-Pensum erhöhen möchte, sollte seinen Körper nicht plötzlich überfordern, sondern Schritt für Schritt vorgehen. Eine Grundregel der Trainingslehre lautet: Erst die Dauer der Einheiten erhöhen, dann die Häufigkeit und zuletzt die Intensität, also das Tempo. Dabei sollten Sie maßvoll vorgehen. Schon ein leicht gesteigerter Trainingsreiz führt zu besserer Leistungsfähigkeit und zu mehr Fitness.
  7. Wer braucht einen festen Trainingsplan?
    Ein Trainingsplan ist ein Leitfaden zum Erreichen eines bestimmten Ziels. Das kann eine verbesserte Fitness, die Teilnahme an einem Halbmarathon oder eine schlankere Figur sein. In diesen Fällen macht es Sinn, Intensitäten, Belastungen und Regenerationsphasen beim Training zu planen und aufeinander abzustimmen. Wer jedoch in erster Linie Nordic walkt, um sich gesund an der frischen Luft zu bewegen, kommt ohne Trainingsplan aus.
  8. Wie kann ich mein Training sinnvoll variieren?
    Abwechslung ist für ein optimales Training wichtig. Denn wird immer nur im gleichen Tempo auf der Strecke gewalkt, gewöhnt sich der Körper an diese Belastung. Dadurch stagniert auch die Fitness auf einem Level. Besser ist es, die Trainingsreize zu variieren, etwa über die Streckenprofile: mal flach, mal mit steileren Passagen. Solche Fahrtspiele führen auf ganz natürliche Weise zu unterschiedlichen Belastungsintensitäten. Oder bauen Sie ein Mal die Woche schnellere, dafür aber kürzere Einheiten ein. Auch Technikvarianten wie Hopserlauf oder Nordic Running können zusätzlich für Spaß und Abwechslung im Training sorgen.
  9. Verbrenne ich bei geringer Trainingsintensität wirklich mehr Fett?
    Zum Abnehmen wird oft ein niedrigintensives Training im so genannten „Fettstoffwechsel-Bereich“ empfohlen. Prozentual gesehen verbrennt der Organismus im unteren Herzfrequenz-Bereich tatsächlich mehr Fette. Mit steigendem Puls holt sich der Muskel die nötige Energie dann vermehrt aus den Zuckervorräten. Absolut gesehen wird hierbei jedoch mehr Energie, werden mehr Kalorien verbraucht. Und das ist zum Abnehmen letztendlich entscheidend. Wer kann, sollte daher – zumindest zwischendurch – einen Zahn zulegen. Fettstoffwechseltraining im unteren Pulsbereich ist speziell bei längeren Einheiten sinnvoll und effektiv.

Technik

  1. Kann ich die NW-Technik auch ohne Trainer lernen?
    NW ist eine natürliche Bewegungsform und für jedermann erlernbar. Ganz so einfach, wie es aussieht, ist das koordinierte Laufen mit den Stöcken jedoch nicht. Deshalb ist die Teilnahme an einem Technik-Kurs auf jeden Fall empfehlenswert. Dafür sollten Sie sich auch ausreichend Zeit gönnen. Denn seine ganze Gesundheitswirkung entfaltet der flotte Ausdauersport erst, wenn der Bewegungsablauf harmonisch ist und der Stockeinsatz stimmt.
  2. Was passiert, wenn ich mit falscher Technik walke?
    Werden die Bewegungen nicht richtig ausgeführt, bleibt in erster Linie die Effektivität und damit der gesundheitliche Nutzen auf der Strecke. Viele Einsteiger setzen ihre Stöcke zu zaghaft ein oder schleifen sie hinter sich her. Dadurch geht der Ganzkörpereffekt verloren. Der Oberkörper wird nicht mittrainiert. Greifen und öffnen die Hände bei Stockeinsatz nicht richtig, bleibt auch der Muskel-Pump-Effekt aus, und die Muskulatur wird nicht gelockert. Bei krampfhaftem Festhalten der Stöcke kann es sogar zu Verspannungen in der Schulter-Nacken-Partie kommen. Eine erhöhte Verletzungsgefahr besteht bei falscher Technik normalerweise aber nicht.
  3. Woran erkenne ich einen guten NW-Trainer?
    Ihr Nw-Trainer sollte über fundierte Technikkenntnisse und ausreichend Erfahrung als Trainer verfügen. Suchen Sie sich einen Kursanbieter, der eine Instuctor-Lizenz und möglichst auch Fortbildungen vorweisen kann. Eine Berufsausbildung im Sport- oder Gesundheitsbereich (zum Beispiel Sportwissenschaftler oder Therapeut) oder die Mitgliedschaft in einem Verband sind ebenfalls von Vorteil. Ein weiteres Qualifikationsmerkmal kann die Anerkennung der Seminare als so genannter Präventionskurs durch die Krankenkassen sein. Fas genau so wichtig wie das Know-how ist jedoch, dass Ihr Trainer gut erklären sowie Motivation und Spaß vermitteln kann. Nur dann ist es wahrscheinlich, dass Sie NW richtig lernen und lange mit Freude dabei bleiben.
  4. Was ist ein „“Passgang“?
    Die Grundtechnik im Nordic Walken beruht auf der natürlichen K r e u z k o o r d i n a t i o n von Arm und Beinbewegung. Das heißt: Arme und Beine werden nicht parallel geführt, sondern gegenläufig. Das linke Bein geht mit dem rechten Arm nach vorne, das rechte Bein mit dem linken Arm. Dieser Rhythmus geht meist schnell ins Blut über. Anfängern passiert es jedoch manchmal, dass sie in den „Passgang“ fallen, die Arm-Bein-Bewegung also anstatt diagonal fälschlicherweise parallel ausführen. Im Tierreich gehört zum Beispiel das Kamel zu den „Passgängern“.
  5. Welche Schrittlänge passt zu mir?
    Die Schritte werden beim NW etwas länger gezogen als beim klassischen Walking. Das ist die Voraussetzung für eine effektive Armarbeit. Denn bei zu kurzen Schritten bleibt keine Zeit, den Arm in der Schubphase komplett nach hinten zu führen. Darunter leiden die Technik und das Oberkörpertraining. Die genaue Schrittlänge hängt von den individuellen Körperproportionen, der Beweglichkeit und dem Umfang der Armbewegung ab. Sie sollte dementsprechend „angepasst“ gewählt werden. Tipp: Wenn Sie Ihren Arm bisher zeitlich nicht in eine volle Streckung bekommen, sollten Sie Ihre Schritte verlängern!
  6. Was bedeutet „aktive Fußarbeit“?
    Die Fußarbeit beim NW entspricht in etwa der des Walkings. Der Fuß setzt mit der Ferse auf und rollt dann über den Außenrand des Mittelfußes zum großen Zeh hin ab. Das fühlt sich in etwa so an, als würden Sie mit Ihrem Fuß eine halbe Zitrone auspressen. Das Abrollen endet mit einem kräftigen Abdruck über den Großzehbalken. Diese aktive Fußbewegung fördert die Arbeit der unteren Beinmuskulatur und gewährleistet, dass alle Gelenke in ihrer physiologischen  Körperachse bleiben. Den Fuß aber bitte nie mit durchgestecktem Knie aufsetzen.
  7. Wie viel Druck muss ich auf die Stöcke geben?
    Ein gewisser Druck während der Schubphase ist schon notwendig, um den Stock zu kontrollieren und die Rumpfmuskulatur beim Nordic Walken zu trainieren. Der Stock etwa wird ab Hüfthöhe durch einen angemessenen Druck auf die Schlaufe hinter den Körper geschoben. Auch wenn die Hand geöffnet ist, bleibt der Druck weiter auf der Schlaufe, um dem Stock zum Schluss einen letzten kräftigen „Kick“ nach hinten zu geben.
  8. Worauf muss ich bergauf oder bei Gefällen achten?
    In steilerem Gelände wird der Oberkörper entsprechend nach vorne geneigt. Das passiert normalerweise ganz automatisch. Wer etwas für seine Kondition tun möchte, sollte die Schrittlänge beibehalten und nur bei sehr steilen Passagen verkürzen. Einfach geht es natürlich mit kürzeren Schritten. Bergab sollten die Stöcke einen Teil des Körpergewichts abfangen, um die Gelenke zu schonen. Dafür bleiben sie hinten, werden also nicht vor den Körper genommen. Gleichzeitig werden die Schritte verkürzt und das Körpergewicht etwas nach hinten verlagert. Wichtig: Immer schön in die Knie gehen!

Gesundheit

  1. Für wen ist vor Trainingsaufnahme ein ärztlicher Gesundheits-Check empfehlenswert?
    Ein ärztlicher Gesundheits-Check dient dazu, die Herzgesundheit und die individuellen Belastungsgrenzen beim Sport abzuklären. So kann das Risiko gesundheitlicher Folgen durch das Training möglichst klein gehalten werden. Empfehlenswert ist ein solcher Check eigentlich für jeden, insbesondere aber für Wiedereinsteiger, die älter als 35 Jahre sind, sowie für Menschen, die unter Beschwerden wie Luftnot oder Brustschmerz leiden.
  2. Wie schädlich ist es, wenn ich auch mal über meiner maximalen Herzfrequenz trainiere?
    Wenn ein Sportler seine maximale Herzfrequenz (HFmax) überschreitet, ist von einer extremen Anstrengung auszugehen, die im Zweifel gesundheitsschädigend wirken kann. Das muss nicht zwingend nur für das Herz gelten, auch andere Strukturen des Körpers können betroffen sein. Wurde die HFmax durch eine Fahrradergometrie ermittelt, kann sie beim Laufen jedoch durchaus überschritten werden. Das ist bei maximaler Anstrengung sogar sehr wahrscheinlich. Ob und welche Gesundheitsgefahr besteht, hängt jedoch sehr vom Einzelfall ab.
  3. Ich bin erkältet. Darf ich trotzdem meine Runde drehen?
    Wer ein wenig Husten oder Schnupfen hat, dem droht durch Sport zunächst kein körperlicher Schaden. Allerdings sollten Sie eher in einem niedrig-intensiven Bereich trainieren. Bei Fieber sowie einer bakteriellen Hals- oder Mandelentzündung ist jedoch Vorsicht geboten. Generell gilt: Wer sich schlapp fühlt, sollte starke Belastungen meiden und lieber einen erholsamen Spaziergang vorziehen.
  4. Welche Verletzungen können durch NW entstehen?
    NW besitzt nur ein geringes Verletzungsrisiko. Lediglich bislang wenig benutzte Muskelgruppen oder das Handgelenk können am Anfang schon mal schmerzen. Gravierend sind solche Überlastungsreaktionen aber nicht. Möglich ist auch ein Umknicken im Sprunggelenk, was aber nicht speziell auf die NW-Technik, sondern eher auf schlechte Bodenverhältnisse zurückzuführen ist. Ernstere Verletzungen könnten bei einem Sturz entstehen.
  5. Ist Nordic Walking auch bei Gelenkproblemen sinnvoll?
    Bei NW gibt es keine Sprungphase wie etwa beim Laufen. Das schont die Gelenke und macht diesen Sport grundsätzlich auch für Menschen mit Gelenkproblemen geeignet. Natürlich kommt es auf die Art der Erkrankung an. Bei Arthrose ist NW zum Beispiel ein prima Gelenktraining, das die Beschwerden lindern kann. Bei einem akut entzündeten Kniegelenk oder einer frischen Verletzung ist Sport jedoch sicher nicht empfehlenswert.
  6. NW bei Heuschnupfen und Asthma, ist das gesund?
    Bei Heuschnupfen und Asthmapatienten, die ihre Symptome aufgrund medikamentöser Behandlung „im Griff“ haben, ist gegen ein NW-Training nichts einzuwenden. Hat ein Allergiker jedoch bereits bei einem bloßen Aufenthalt im Freien schwer mit Symptomen zu kämpfen, ist weitere körperliche Anstrengung nicht ratsam – insbesondere, wenn die Allergie die Atmung behindert. Bei Rhinitis (laufender Nase) ist das kein Problem.
  7. Was muss ich als Diabetiker beachten?
    Sport greift direkt in den Zuckerhaushalt des Körpers ein, was zu einer Unterzuckerung führen kann. Diabetiker müssen daher immer mit ihrem Arzt abklären, welche Maßnahmen notwendig sind, um den Blutzuckerspiegel zu kontrollieren. Dabei spielen Schweregrad und Typ der Erkrankung eine wichtige Rolle. Günstig sind zum Beispiel Diabetes-Sportgruppen, die es auch für Nordic Walking gibt. Zudem sollten Sie immer schnell verfügbare Kohlenhydrate und ausreichend zu trinken zur Hand haben.
  8. Schadet NW in der Schwangerschaft?
    Ein gemäßigtes NW-Training schadet in einer normalen Schwangerschaft sicherlich nicht. Das gilt vor allem für Frauen, die bereits vorher sportlich aktiv waren. Hier trägt der Ausdauersport sogar zum Wohlbefinden bei und lässt für Schwangerschaft und Geburt auf einen komplikationsarmen Verlauf hoffen. Bei Risiko-Schwangerschafen oder beschwerlichen Verläufen ist Sport jedoch nur nach Rücksprache mit dem Arzt ratsam.
  9. Darf ich auch bei akuten Rückenschmerzen Nordic walken?
    Das kommt ganz auf die Beschwerden an. Wer mit chronischen, durch die Wirbelsäule bedingten Rückenschmerzen Nordic walkt und zusätzlich kräftigende Gymnastik macht, kann seine Symptome deutlich lindern. Plötzliche, akute Rückenschmerzen, die erstmalig auftreten, können hingegen Warnsignale für Herz- oder Gefäßerkrankungen sein. Hier könnte jede körperliche Anstrengung potenziell gefährlich werden.
  10. Senkt NW meinen Blutdruck?
    Studien belegen, dass regelmäßiger Ausdauersport den Blutdruck um 5 – 10 mmHg senken kann. NW ist daher für Blutdruckpatienten gut geeignet, auch weil der Blutdruck hierbei normalerweise nicht gefährlich in die Höhe schnellt. Wer es durch Bewegung und Ernährungsumstellung schafft, sein Gewicht zu reduzieren, kann seinen Blutdruck sogar noch deutlicher senken. Ausdauertraining wirkt sich zudem positiv auf die Blutfette aus.

Ernährung

  1. Ist es sinnvoll, vor dem Training noch etwas zu essen?
    Damit die Muskeln Energie zum Arbeiten haben, brauchen sie Kohlenhydrate. Diese sind in Form von Glykogen in Muskeln und Leber gespeichert, reichen aber je nach Belastung für maximal zwei Stunden. Etwa zwei Stunden vor dem Training ist daher eine fettarme Mahlzeit mit komplexen Kohlenhydraten und Eiweiß sinnvoll. ein Müsli mit Joghurt, Obst oder Kartoffeln mit Quark. Eine halbe Stunde vor Trainingsbeginn beugt ein kleiner, kohlenhydratreicher und fettarmer Imbiss dem Hunger vor. Dazu eignet sich etwa ein Fruchtjoghurt, ein Vollkornbrot mit  magerem Käse oder Schinken oder eine Banane.
  2. Welche Kost ist nach dem Sport die richtige?
    Jetzt müssen die Verluste an Wasser, Mineralstoffen, Kohlenhydraten und Eiweiß wieder ausgeglichen werden. Breitensportler brauchen dafür keine spezielle Kost. Es reicht, sich ausgewogen zu ernähren. Bevorzugen Sie nährstoffreiche Lebensmittel sowie kohlenhydratreiche Mischkost, die fettmoderat ist und Eiweiß liefert. Das kann ein Gericht mit Fleisch oder Fisch, Reis und Gemüse sein. Die Energiespeicher sollten Sie bald nach dem Sport auffüllen, da dann die Depots besonders aufnahmebereit sind.
  3. Ist der Nachbrenneffekt größer, wenn ich nach dem Training mit dem Essen warte?
    Der Nachbrenneffekt ist ein gesteigerter Fettstoffwechsel nach intensivem Training. Die Muskeln setzen dadurch noch in Ruhe stundenlang mehr Energie um. Eine baldige Nahrungsaufnahme unterbindet den Effekt nicht. Die leeren Glykogenspeicher sollten nach dem Sport auch rasch wieder aufgefüllt werden. Die Muskulatur ist dann sogar in der Lage, mehr Kohlenhydrate zu speichern.
  4. Welcher Snack sorgt während des Trainings für einen schnellen Energieschub?
    Trainieren Sie länger als eine Stunde, sollten Sie schnell verfügbare Kohlenhydrate zur Hand haben, am besten in flüssiger Form. Ideal sind Saftschorlen. Auch Müsli-Riegel eignen sich, solange sie keinen hohen Fettanteil – etwa durch Schokolade – besitzen. Da Fett die körperliche Leistung einschränken kann, sollte  etwa die Hälfte der Energiezufuhr aus Kohlenhydraten kommen. Dafür sind keine speziellen Sportriegel notwendig. Eine Banane tut es auch.
  5. Wie reguliere ich meinen Flüssigkeitsverlust?
    Um nicht mit einem Flüssigkeitsdefizit zu starten, sollten Sie schon vor dem Trainingsbeginn 0,3 bis 0,5 Liter Mineralwasser oder verdünnten Fruchtsaft trinken. Sind Sie länger als eine Stunde aktiv, ist auch während des Trainings immer wieder schluckweise für Flüssigkeitsersatz zu sorgen. Das hält die Konzentration und die körperliche Leistungsfähigkeit aufrecht. Spätestens nach dem Sport jedoch muss die Flüssigkeitsmenge, die der Körper durch Schwitzen verloren hat, wieder aufgefüllt werden.
  6. Welches Getränk ist der beste Durstlöscher?
    Breitensportler können ihren Durst problemlos mit Mineralwasser, verdünnten Frucht- und Gemüsesäften oder Tees löschen. Die liefern einen adäquaten Flüssigkeitsersatz sowie rasch verfügbare Energie, Mineralstoffe und Spurenelemente. Ein optimales Sportlergetränk sollte einen Kohlenhydratgehalt von zwei bis acht Prozent und einen Natriumgehalt von 400 bis 1.100 mg/l enthalten. Reine Fruchtsäfte, gezuckerte Limonaden sowie stark koffeinhaltige oder alkoholische Getränke sind für den schnellen Flüssigkeitsersatz nicht geeignet.
  7. Ein Glas Bier oder Wein nach dem Sport, beeinträchtigt das den Trainingseffekt?
    Bier, Wein und andere alkoholische Getränke liefern zwar Flüssigkeit und wirken kurzzeitig ermunternd, auf Dauer aber ermüdend. Zum Durstlöschen sind sie daher nicht geeignet. Zudem wird Alkohol im Stoffwechsel vorrangig vor anderen Nährstoffen abgebaut. Dadurch verzögert er die Regeneration nach dem Sport.

Ausrüstung

  1. Eignen sich zum Nordic Walken auch Joggingschuhe?
    Joggingschuhe entsprechen den Anforderungen des Laufsports. Sie besitzen meist ein glattes Profil, normalen Seitenhalt sowie gute Dämpfeigenschaften. Ein NW-Schuh muss jedoch ein gutes Abrollverhalten über den ganzen Fuß ermöglichen. Dafür sind die Sohlen von Laufschuhen zu weich. Wichtig beim NW ist auch ein guter Seitenhalt, der gerade Sporteinsteigern mehr Sicherheit gibt und das Verletzungsrisiko auf unebenem Terrain wie Schotterwegen minimiert. Im Gelände ist auch ein griffiges Sohlenprofil Pflicht. Die Investition in einen speziellen NW-Schuh lohnt sich daher immer.
  2. Worauf muss ich beim Schuhkauf achten?
    Den Schuhkauf verlegen Sie am besten auf den Abend, denn die Füße schwellen im Laufe des Tages an. So können Sie sicher sein, dass Sie die Schuhe nicht zu klein wählen. Und vermessen Sie zuvor Ihre Füße. Ein simpler Druck- oder Daumentest reicht nicht aus, um die optimale Passform zu finden. Sinnvoll ist zudem ein Lauftest, den Fachgeschäfte anbieten. So können Sie Druck-  oder Scheuerstellen, die sich erst nach ein paar Metern zeigen, erkennen. Je nach Fußform gibt es unterschiedliche Modelle, und jede Schuhmarke hat ihre speziellen Eigenheiten. Daher sollten Sie ruhig mehrere Marken ausprobieren.
  3. Was tun bei Problemfüßen?
    Eine einfache Minimal-Lösung bei Problemfüßen sind spezielle Einlagen für Sportschuhe, die direkt im Fachhandel angefertigt werden können. Sie bilden jedoch nur die bestehende Fußform ab und nehmen keinen Fehlstellungsausgleich vor. Dazu ist ein Besuch beim Orthopäden notwendig. Bei stärkeren Fehlstellungen ist das auf jeden Fall empfehlenswert. Denn Schmerzen im Fußbereich führen zu Überlastungen und nicht selten auch zu Problemen im Bewegungsapparat.
  4. Welche Stocklänge passt zu mir?
    Zur Berechnung der Stocklänge hat sich die Formel „Körpergröße mal 0,66 bis 0,68“ bewährt. Aber auch der kontrollierende Blick des Trainers und das eigene Gefühl sind entscheidend. Lassen Sie sich daher nicht von immer neuen Formeln beirren. Grundsätzlich ist für den Einstieg in die Technik ein kürzerer Stock sicherlich besser geeignet. Dadurch fällt die Koordination leichter. Wer die NW-Technik gut beherrscht, kann zur Steigerung der Kraftkomponente die Stocklänge variieren.
  5. Was sind die wichtigsten Kriterien bei der Stockwahl?
    Wichtig sind vor allem der Griff und das Schlaufensystem, denn sie bestimmen Handling und Komfort. Nur wer sich mit seinem Stock wohlfühlt, übt den Sport auch dauerhaft aus. Passt die Schlaufe nicht, scheuert sie, oder schmerzt der griff, geht das zumeist auch zulasten des Stockeinsatzes und der Effektivität. Das Griffmaterial sollte daher weich und angenehm sein, die Schlaufengröße optimal anpassbar. Wer Kräftigungsübungen mit seinen Stöcken macht, sollte zudem auf einen Teleskopstock verzichten. Denn hierbei müssen die Stöcke weit mehr als das eigene Körpergewicht aushalten. Wichtig ist auch eine griffige Spitze. Hier ist Videastahl ein absolutes Muss, sonst rutscht die Spitze nach mehrmaligem Gebrauch immer durch. Darunter leidet wiederum die Effektivität des Trainings.
  6. Welche Funktionen braucht meine Pulsuhr auf jeden Fall?
    Die Mindestanforderungen an eine Pulsuhr sind neben der Uhrzeit und einer Stoppuhr die Anzeige von Pulsober- und untergrenze. Das ermöglicht Ihnen, im richtigen Pulsbereich zu trainieren und auch ein eigenes Körpergefühl für die Intensität der Belastung zu entwickeln. Zusatzfunktionen wie etwa die Anzeige des Kalorienverbrauchs sind sicherlich nett und motivierend, aber nicht unbedingt erforderlich.

Ihr Nordic Walking Experte für das Training: Dr. Helge Knigge, Dipl. Sportwissenschaftler und Mitarbeiter an der Deutschen Sporthochschule in Köln.

Ihre Nordic Walking Expertin für die Technik: Simone Becker, Dipl. Sportwissenschaftlerin sowie NW- und Wellnesstrainerin. Promoviert zurzeit an der Deutschen Sporthochschule in Köln.

Ihr Nordic Walking Experte für die Gesundheit: Dr. Joachim Latsch, Sportmediziner am Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin der Deutschen Sporthochschule in Köln.

Ihre Nordic Walking Expertin für die Ernährung: Antje Gahl, Dipl. Ernährungswissenschaftlerin, tätig bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) in Bonn.

Ihr Nordic Walking Experte für die Ausrüstung: Peter Schlickenrieder, Skilanglauf- und Nordic-Sports-Profi sowie ARD-Experte. Gewann 2002 in Salt Lake City Olympisches Silber im Skilanglauf.

Quelle: Nordic walker 3/2007


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