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Druckversion vom 06.01.2010
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Dr. Volker Schmiedel
Habichtswald Klinik
34131 Kassel
Telefon 0561 3108-101
E-Mail schmiedel@habichtswaldklinik-ayurveda.de
Das Deutsche Ärzteblatt, das offizielle Organ der Bundesärztekammer, welches jeder Arzt automatisch bekommt, steht nicht gerade im Ruf, der Naturheilkunde besonders zugetan zu sein. Umso mehr überraschte ein Beitrag, der vor kurzem dort veröffentlicht wurde, zum Thema "Kopfschmerzbehandlung mit Pfefferminzöl". Dort wurde von einer Studie berichtet, bei der Kopfschmerzpatienten mit Pfefferminzöl oder herkömmlichen Schmerztabletten behandelt worden waren. Das sensationelle Ergebnis: Pfefferminzöl war genauso effektiv wie die konventionellen Schmerzmittel - allerdings mit weniger Nebenwirkungen.
Bei leichtem bis mäßigem Kopfschmerz sollten Sie daher je einen Tropfen Pfefferminzöl auf beide Schläfen (oder die schmerzenden Stellen am Kopf) sanft einmassieren. Noch besser hilft es möglicherweise, wenn die Massage von einer lieben Person des Vertrauens durchgeführt wird. Sie können damit vielleicht nicht jeden, aber so manchen Kopfschmerz in Heftigkeit und Dauer vermindern und so manche Kopfschmerztablette einsparen.
C-A-F-F-E-E, trink´ nicht so viel Caffee...
Jeder kennt dieses Kinderlied, welches die schwächende und nervenschädigende Wirkung des "Türkentrankes" eindringlich beschreibt. Nun berichten aber viele Kopfschmerzpatienten, dass eine Tasse Kaffee so manchen Kopfschmerz gerade beseitigt oder lindert. Viele Kopfschmerzmittel enthalten sogar reines Koffein, welches die Wirkung des Schmerzmittels verstärken soll. Leider macht Koffein aber körperlich abhängig!
Wenn Sie jeden Tag Koffein (Kaffee, Tee, Cola) zuführen, so gewöhnt sich der Körper daran und kann mit Entzugserscheinungen reagieren, wenn der gewohnte Reiz ausbleibt. Eines dieser Entzugssymptome ist der Kopfschmerz. Gerade, wenn Sie den Eindruck haben, dass Ihnen Kaffee bei Kopfschmerzen und niedrigem Blutdruck hilft, sollten Sie einen Auslassversuch unternehmen. Lassen Sie jegliches Koffein einmal für 4 Wochen weg. Geht es Ihnen an den ersten Tagen danach besonders schlecht, so besteht der Verdacht auf eine Abhängigkeit. Halten Sie dann bitte durch! Wenn es besser wird, dann wird es nach einigen Wochen meist besser als je zuvor. Die Kopfschmerzen verschwinden ganz oder Anfallshäufigkeit und -Schwere lassen nach. Wenn Sie dann wieder Koffein zu sich nehmen, dann bitte nicht täglich, sondern nur 2 - 3mal pro Woche. Dann tritt nämlich keine Gewöhnung und auch kein Entzug auf.
Kopfschmerztagebuch
Vielen Kopfschmerzpatienten hilft es weiter, wenn Sie ein Tagebuch führen, in dem Sie die Tage mit Kopfschmerzen vermerken. Günstig ist es, wenn Sie dann noch Begleitumstände beschreiben. Unter Umständen können Sie so Auslöser herausfinden. Es ist nämlich gar nicht so häufig "das Wetter", wie oft vermutet wird. Zu kurzer Schlaf, zu langer Schlaf, stressige Arbeit oder gerade die Abwesenheit von Arbeit, bestimmte Speisen (Rotwein, Käse, glutamatgewürztes Essen), starke körperliche Anstrengung, Sex, konfliktreiche Gespräche und vieles mehr kann Kopfschmerz auslösen.
Macht Amalgam Kopfschmerzen?
Diese Frage ist wissenschaftlich bisher nicht beantwortet, einige Kopfschmerzpatienten geben an, dass eine Amalgamsanierung und - Ausleitung zu einer deutlichen Besserung geführt habe. Wenn Sie viele Plomben haben, kann sich ein Spannungstest (galvanische Belastung) oder ein DMPS-Test (toxische Belastung) als sinnvoll erweisen.
Magnesium - unser Antistressmineral
In Studien hat sich Magnesium bei Kopfschmerz/Migräne als günstig erwiesen. Aber nur in den Studien, in denen eine hohe Dosis eingesetzt wurde! Ich gebe meinen Patienten zunächst 120 bis 240 mg täglich. Wird diese Dosis vertragen, können Sie wöchentlich um 60 mg steigern, bis eine Dosis von 600 mg pro Tag erreicht wird oder bis Sie "Dünnpfiff" bekommen. Dann sollten Sie wieder um eine Dosisstufe zurückgehen, bis Sie wieder normalen Stuhl haben. Eventuell kann später noch einmal ein Anlauf auf eine höhere Dosis unternommen werden. Nehmen Sie soviel Magnesium (maximal 600 mg) ein, wie es Ihr Darm zulässt. Die entspannende und vegetativ ausgleichende Wirkung kann sich sehr günstig auf die Kopfschmerzneigung auswirken.
Bei einem plötzlich aufgetretenen Kopfschmerzleiden können bestimmte neurologische, orthopädische und andere ärztliche Untersuchungen notwendig werden. Eine adäquate und maßvolle konventionelle Diagnostik sollte daher mit dem Arzt besprochen und von diesem veranlasst werden. Eine naturheilkundliche Diagnostik (z. B. Mineralstatus oder Amalgambelastung) sollte ergänzend bei darin erfahrenen Ärzten durchgeführt werden. Die oben aufgeführten kurzen Tipps sind bei leichten bis mittelschweren Fällen nicht selten hilfreich. Das Spektrum einer ganzheitlichen Therapie ist natürlich viel umfassender und kann daher an dieser Stelle nicht komplett dargestellt werden. Weitere Informationen zum Thema erfahren Sie im Buch: Schmiedel/Augustin: Handbuch Naturheilkunde, Kap. Kopfschmerz/Migräne.
Viel Erfolg bei der Behandlung!
Weiterführende
Literatur:
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Dieser Artikel erschien in der Zeitschrift "Der Naturarzt". Wir
danken dem Access-Verlag für die freundliche Genehmigung zum
Abdruck.
www.naturarzt-access.de
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